Schneckenbekämpfung

 

Wenn wir unseren Feind kennen, dann können wir auch was gegen ihn tun.“

 

Dieser Satz trifft ganz besonderst auf die Schnecken zu. Jedes Jahr sehen wir viele Gartenbesitzer die verzweifelt versuchen die Plagegeister aus dem Garten zu verbannen oder zumindest so einzudämmen, dass wenigstens  noch etwas zum ernten übrig bleibt.

 

Also lernen wir zuerst unseren Feind kennen !

Alle Schnecken sind Zwitter, das heißt sie befruchten sich wechselweise. Sie können in einer Nacht bis zu 30 erbsengroße Eier legen.

Es gibt im Garten nur wenige schädliche Schneckenarten. Das sind die Nacktschnecken die unseren Gemüsepflanzen zusetzen und sich vor allem über die jungen Pflanzen her machen.

 

Ackerschnecken (Doroceras)
Die genetzte Ackerschnecke ist die häufigste Schneckenart. Generell sind die Ackerschnecken sehr verbreitet. Größe: 0.5 bis 5 cm. Färbung: hellbeige, hellgrau oder dunkelbraun, zum Teil auch gefleckt. Jungtiere sind meistens hellbeige. Schleim: durchsichtig, schlüpfrig. Bei einer Störung scheidet die genetzte Ackerschnecke einen milchig weißen Schleim aus. Sie sind das ganze Jahr aktiv, außer bei Frost. Sie fressen eine Vielzahl von Gemüse- und Zierpflanzen. Meistens ist es ein Lochfraß an ober- und unterirdischen Teilen.

Garten-Wegschnecken (Arion)
Größe: 0.5 bis 4 cm, Färbung: Oberseite dunkelgrau bis schwarz, Unterseite blassgelb bis kräftig orange. Schleim: durchsichtig, klebrig. Das Schadbild ist meistens ein Lochfraß an ober- und unterirdischen Pflanzenteilen. Oberirdisch sind die Garten-Wegschnecken im Frühjahr und Herbst aktiv, im Sommer mehrheitlich unterirdisch (Schäden an Wurzelgemüse). Gefährdet sind eine Vielzahl von Gemüse und Blumen.

Spanische Wegschnecke, Rote Wegschnecke (Arion)
Größe: 1 bis 10 cm. Färbung: ausgewachsene Tiere sind ziegelrot, kaffee- oder schokoladenbraun, Jungtiere gelb, braun, grau oder grünlich gefärbt mit zwei kaffeebraunen Längsstreifen. Schleim: durchsichtig, klebrig. Das typische Fraßbild ist, wenn die oberirdischen Teile abgefressen sind. Auch hier sind viele Gemüse und Blumen gefährdet. Die Wegschnecken sind vom frühen Frühjahr bis in den Spätherbst aktiv. Sie leben vorwiegend in Wiesen, Brachen, Hecken und Gestrüpp und wandern von dort in den Garten ein.

 

Für uns Kleingärtner ist vor allem die Spanische Wegschnecke von großer Bedeutung. Sie richtet die größten Schäden an. Die Spanische Wegschnecke erzeugt eine Generation pro Jahr. Die Eier sind weiß gefärbt und haben einem Durchmesser von 3 bis 4 mm.

Vorkommen der Eier: September bis April
Vorkommen der Jungtiere: März bis August
Vorkommen der ausgewachsenen Tiere: Juni bis November

 

Um nun der Schneckenplage Herr zu werden sollten wir das ganze Jahr über Maßnahmen ergreifen.

                               

Alle Maßnahmen auf einen Blick

Ø       Nie abends gießen - Trockenheit ist der Hauptfeind der Schnecken, morgens gießen ist besser, Lieber auf einmal viel Wasser geben und in größeren Zeitabständen, als täglich wenig, mit der Gießkanne möglichst punktgenau gießen,

Ø       auf eine feine Krümelstrucktur der Beete achten, damit möglichst wenig Hohlräume entstehen,

Ø       Gute Bodenlockerung ,

Ø       Vorsicht beim Mulchen (nur im Sommer und dünn, mit Materialien aus getrocknetem Laub und Stroh)

Ø       Sorgfältige Unkrautbekämpfung,

Ø       Schneckenzäune einsetzen (Grundregel: 10 cm unter dem Boden, 10 cm über dem Boden anbringen) und diese stets sauber und unkrautfrei halten. Leider sind diese aber sehr teuer,

Ø       In Verbindung mit Schneckenzäunen können dann auch die Bierfallen genutzt werden, aber Vorsicht Bier lockt auch Schnecken an,

Ø       Eine tiefe Bodenbearbeitung, falls unbedingt erforderlich, soll so spät wie möglich im Herbst (nach der Eiablage) durchgeführt werden,

Ø       Beete nach den ersten Frösten lockern ( wichtig zur Zerstörung der Schneckenbrut) ,

Ø       Kräftige abgehärtete Jungpflanzen setzen, Jungpflanzen mit Pflanzhüten schützen,

Ø       Keine Ernterückstände auf den Beeten lassen,

Ø       Gemüse- und Blumenbeete an eher trockenen, sonnigen Standorten anlegen,

Ø       Steinmehl oder trockenen scharfen Sand um die gefährdeten Pflanzen streuen,

Ø       Tägliches Absammeln der Schnecken möglichst in den späten Abendstunden oder im Morgengrauen,

Ø       Bretter, Dachziegel große Blätter  an geschützten Stellen auslegen darunter sammeln sich die Schnecken und man kann sie dann tagsüber absammeln wenn sie vor der Sonne Schutz suchen,

Ø       Ein guter, aktiver Kompost entwickelt hohe Temperaturen, welche die Schneckeneier zum Absterben bringen.

Ø       Einsatz von Nematoden, sie sind ein biologisches Bekämpfungsmittel gegen Nacktschnecken und in im Gartenfachhandel erhältlich, durch den Zusatz der doppelten Menge Weizenkleie zum Präparat wird die Vitalität der Nützlinge drastisch erhöht,

Ø       Pflanzenjauchen sind ein wichtiger Beitrag zur Schneckbekämpfung

Ø       Farnjauche: 5 kg frische oder 500 g getrocknete Pflanzen in 10 Liter Wasser ansetzen. Zehnfach verdünnen. 

Ø       Kompostjauche: Auf 20 bis 30 Liter Wasser 2 bis 3 Liter Kompost geben. Das Wasser darf nicht schäumen - ansonsten ein paar Tage stehen lassen. Kompostwasser verdünnen im Verhältnis 1 : 20 und auf gefährdete Pflanzen gießen. Nach Regen wiederholen.

Ø      Mischkulturen anlegen, Starkduftende Pflanzen rund um das Gemüse anpflanzen ( gleichzeitig als Nützlingsstreifen nutzen) Bergbohnenkraut, Boretsch, Geranien, Kerbel, Königskerze, Knoblauch, Kresse, Kümmel, Lavendel und Liebstöckel, Oregano, Petersilie (erwachsene Pflanzen), Pfefferminze, Rosmarin,  Wermut, Zitronenmelisse, Ysop,

Ø      Förderung von Nützlingen  wie

Ø      Igel  - Reisig- oder Asthaufen mit Heu, Laub oder Pflanzenabfällen abdecken als Unterschlupf. Ideal sind auch Hecken und dichte Sträucher. Im Herbst Laub darunter kehren. Vogelarten,

Ø      Salamander, Lurche, Eidechsen - Trockenmauern oder Steinhaufen aufschichten als Unterschlupf,

Ø      Laufkäfer, Hundertfüßler - Trockenmauern, Steinhaufen, Bretterstöße, Äste oder Pflanzenabfälle aufschichten als Unterschlupf, Hundertfüßer leben in gut kompostiertem Boden oder im Mulch.

Ø      Vögel – Nistmöglichkeiten schaffen,

 

All diese Maßnahmen können dazu beitragen die Schnecken einzudämmen, leider aber nicht sie vollständig aus unserem Garten fern zuhalten.

Jeder muss selber ausprobieren was in seinem Garten am besten funktioniert. Wichtig ist das wir mehrere Maßnahmen gleichzeitig anstreben um Erfolg zu haben. Leider gibt es kein Allheilmittel. Eines ist aber sicher: Wenn Gartennachbarn nicht zusammen halten werden die Schnecken siegen.

Als letztes, aber eigentlich unerwünschtes Mittel, können wir Schneckenkorn verwenden das es im Fachhandel gibt. Hier sollten wir uns aber ausführlich beraten lassen und vor allem vor Gebrauch die Bedienungsanleitung lesen damit es nicht zu bösen Überraschungen kommt.

Bleibt noch die Frage was machen wir mit den gesammelten Schnecken. Die beste und humanste Methode ist sie mit kochenden Wasser in einem Eimer zu übergießen und dann die toten Schnecken vergraben oder auf dem Komposthaufen entsorgen (Schnecken mit Erde abdecken da sonst Geruch entsteht).

 

Viel Erfolg bei der Schneckenjagd !